Norbert W. F. Meier

Krimis & Thriller

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Die Springseil-Morde

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Eine junge Frau wurde brutal ermordet, und für den Chef der Mordkommission ist sofort klar, dass nur der Freund der Toten, der Mathematikprofessor Theodor Thaler, der Täter sein kann. Seine Mitarbeiterin Ariane Karstedt ist da allerdings ganz anderer Meinung, und so wird die Kommissarin zum letzten Rettungsanker für den des Mordes verdächtigten Hochschullehrer. Ihr Weg zur Wahrheit führt über die Vernehmung von Zeugen, die ihr gleich mehrere mögliche Täter und Motive offenbaren. War es ein Mord aus Leidenschaft? Oder war ungezügelte sexuelle Begierde der Auslöser? Spielte Rauschgiftsucht oder Rauschgifthandel eine entscheidende Rolle? Wie hängt ihr Fall mit anderen Morden in Vergangenheit und Gegenwart zusammen? Alles kompliziert genug – und dann muss sie sich auch noch um Theodor Thaler kümmern, der diesen Mord unbedingt selbst aufklären will …

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Vita

Norbert W. F. Meier

Kunst oder Wissenschaft? Das war die Fragestellung, die lange Strecken des Lebensweges von Norbert W. F. Meier (Jahrgang 1954) bestimmte. Waren es zuerst Experimente in Musik, Poesie und Prosa, die die kreativen Bemühungen der Jugend dominierten, so führten berufliche Entscheidungen letztlich doch zu Studium und Promotion im Fach Organische Chemie, gefolgt über fast drei Jahrzehnte vom Schreiben wissenschaftlicher Texte und der Arbeit mit chemischen Datenbanken. Doch dann bewirkte ein aufkeimendes Interesse an der deutschen Geschichte einen Neueinstieg in die Autorenwelt durch das Verfassen zweier Sachbücher („Berlin im Mittelalter“, 2012, und „Berlin Geologie“, 2014). Nun war der Knoten geplatzt, und aus der Rückkehr zu den jugendlichen Leidenschaften erwuchsen erneute literarische Bemühungen, die u. a. in den vom bookshouse-Verlag publizierten historischen Roman mündeten.

Leseprobe

Samstag
1

»Wann haben Sie Frau Sommer zuletzt lebend gesehen, Professor Thaler?«
   Theodor zuckte zusammen, als diese Frage des Kriminalbeamten seinen orientierungslosen Dämmerzustand durchbrach und ihn in die grausame Wirklichkeit zurückholte. »G…gestern Abend«, stotterte er, »wir waren zuerst in einem Restaurant und sind dann ins Kino gegangen.«
   »Und warum haben Sie nach dem Kinobesuch die Nacht nicht zusammen verbracht? Sie waren doch ein Paar, oder habe ich da etwas falsch verstanden?« Das argwöhnische Funkeln in den Augen seines Gegenübers war unverkennbar – ebenso wie der lauernde Unterton in der Stimme des Polizisten, als die Frage auf ihn niederprasselte.
   »Nein, das ist durchaus korrekt, aber ich musste für meine Studenten eine Klausur vorbereiten, und dabei wollte ich ungestört sein.«
   Das war zwar prinzipiell richtig, hatte jedoch mit der Wahrheit herzlich wenig zu tun. Es stimmte insofern, dass bis Montag die Klausurbögen für die Erstsemester auszuarbeiten waren. Aber im Grunde genommen war seine Begründung nur ein Vorwand gewesen, um nicht die Nacht mit Lena verbringen zu müssen. Und nach dem heftigen Streit, den sie daraufhin im Auto hatten, war er ohnehin nicht mehr in der Lage gewesen, vernünftige Aufgabenstellungen zu formulieren, sondern hatte sich die ganze Nacht mit trübsinnig ratlosen Gedankenfetzen herumgeschlagen. Von solch unerquicklichen Details einer veritablen Beziehungskrise sollte dieser penetrante Polizeimensch allerdings nichts erfahren, der in ihm – einem hoch angesehenen Forscher und Mathematikdozenten! – offenbar einen mordgierigen Schwerverbrecher vermutete. Bedauerlicherweise schien der lästige kleine Köter jedoch keinerlei Neigung zu verspüren, von seinen Hosenbeinen abzulassen und die kriminalistischen Fangeisen und Leimruten seiner hartnäckigen Befragung endlich wegzustecken.
   »War es nicht vielmehr so, dass Sie schon heute Vormittag hierhergekommen waren, um – sagen wir mal – mit Frau Sommer zu frühstücken, oder aber sie an diesem ersten sonnigen Samstag im Mai zu einem gemeinsamen Spaziergang oder Mittagessen abzuholen?«
   »Nein«, entgegnete Theodor Thaler bestimmt, »ich habe bis gegen 15 Uhr zu Hause gearbeitet und die Klausur fertiggestellt. Erst dann bin ich hierher zu meiner Freundin gefahren, wie ich Ihnen vorhin bereits sagte.«
   »Kann jemand bestätigen, dass Sie bis zum frühen Nachmittag zu Hause waren, Professor? Ist vielleicht ein Freund bei Ihnen vorbeigekommen, oder hat der Postbote an der Tür geklingelt? Gab es Anrufe über das Festnetz? Hat Sie wenigstens jemand gesehen, als Sie das Haus verließen?«
   »Nein zu den ersten vier Fragen. Nicht dass ich wüsste zur fünften.«
   Diese mathematisch und logisch völlig korrekte Antwort ließ die ohnehin schon eisige Miene des Kriminalbeamten zu klirrendem Frost erstarren. Ganz offensichtlich konnte dieser Mann, der sich ihm als Polizeihauptkommissar Wolfram Grossinger, Leiter der 6. Mordkommission des LKA vorgestellt hatte, es nur schwer ertragen, wenn seine Zeugen sich nicht im Staub vor seinen Füßen herumwälzten, sondern ihm die Stirn boten. Zudem war Theodor mittlerweile davon überzeugt, dass dieser Grossinger in allererster Linie darauf erpicht war, ihn als Täter zu überführen. Fragen zu Lena, zu ihren Bekannten, zu ihren Sehnsüchten, zu ihrem Lebensumfeld hatte es praktisch nicht gegeben. Die ganze Zeit über hatte dieser Unsympath ausschließlich ihn selbst in die Zange zu nehmen versucht, als würde es bei diesem einseitigen Kreuzverhör nur darum gehen, ihn mit unerbittlichen Fragen und haltlosen Unterstellungen in Widersprüche zu verwickeln.
   Die empörend aggressive Verhörmethode hatte immerhin den Effekt, dass sich jene nur schwer fassbare Empfindung von Unwirklichkeit, von der Unglaublichkeit des ganzen Geschehens, allmählich in Theodor zu verflüchtigen begann. Es war nicht so, dass er bereits so etwas wie Entsetzen oder auch nur einen schmerzlichen Verlust verspüren konnte –, all das würde später kommen. Noch immer kam er sich zeitweilig vor wie in einem dramatischen Film, wo er gerade über eine Schauspielerin gestolpert war, die auf möglichst realistische Weise eine Leiche darstellen sollte, aber ein paar Minuten später wieder quicklebendig aufspringen würde. Nur langsam und (...)

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