Harald Keller

Krimis & Thriller

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Rendezvous mit dem Ropenkerl

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„Sie riss schützend die Hände hoch, aber es war zu spät. Der schnelle, wuchtige Schlag traf sie seitlich am Kopf. Wie eine Stichflamme schoss der Schmerz durch ihren Körper. Blutroter Nebel brannte sich in ihre Augen und nahm ihr die Sicht. Und dann wurde alles lichtlose Nacht.“ Der Mord an einer alleinstehenden Bibliothekarin gibt der Osnabrücker Mordkommission um Hauptkommissarin Bea Agarius Rätsel auf. Die Tote wurde auf dem Gertrudenberg im Bürgerpark gefunden. In einer eigenartigen Position. Mit ihrem Hund an ihrer Seite. Nur wenig später verschwindet eine junge Studentin. Ihre Mitbewohnerin macht sich Sorgen und begibt sich auf die Suche. In einem nahen Seniorenstift fantasiert ein dämmernder Bewohner von einem „Ropenkerl“, einer Osnabrücker Sagengestalt. Pflegerin Asli Ozcan weiß nichts damit anzufangen, bis sie dem „Ropenkerl“ unvermittelt gegenübersteht ...

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Vita

Harald Keller

Harald Keller, geboren 1958 in Osnabrück. Kurven- und hürdenreicher Werdegang von der Realschule über den Einzelhandelskaufmann bis in den zweiten Bildungsweg. Von dort federnder Absprung an die Universität und Jahre später Zieldurchlauf mit Promotion. Zwecks Lebensunterhalt Taxi- und Lieferfahrer, wissenschaftlicher Assistent, schließlich und bis heute freiberuflicher Journalist und Autor. Verfasser von Sachbüchern und Romanen, Mitherausgeber, Lektor. Fotoreporter. Dozent. Gastgeber der Osnabrücker Lesebühne „Die Lese-Rampe“. Veröffentlichungen: Kultserien und ihre Stars (Reinbek 1999), Schräg, schrill, scharf und schundig. 1000 Filme zwischen Trash und Kult (Reinbek 2000), Angelina Jolie (Berlin 2001), Die Geschichte der Talkshow in Deutschland (Frankfurt/M. 2009), Ein schöner Tag für den Tod (Münster 2009), Die Nacht mit dem Holenkerl (2018) u. a.

Leseprobe

1. Teil



Er

Verschnaufen. Wieder zu Atem kommen. Die Muskeln lockern. Das Hochgefühl genießen.
   Sein Körper ächzt noch unter der ungewohnten Anstrengung.
   Aber welch ein Genuss, wenn das Blut fühlbar durch die Adern rauscht.
   Wie die fiebrige Wärme unter die Gesichtshaut kroch … Wie das andere Leben unter seinen Händen schwand …
   Zufriedenheit durchströmt ihn vom Scheitel bis zur Sohle.
   Inzwischen ist die Morgendämmerung angebrochen. Doch hier drinnen herrscht dauernde Dunkelheit, aufgehellt nur von einem hauchdünnen Schleier aschfahlen Lichts, das von oben durch die engen Lüftungsöffnungen dringt.
   Es gefällt ihm so, immer noch. Wie damals … Hier war sein Bau, ein zufällig beim Spielen entdeckter Zufluchtsort, ein Versteck.
   Er ist es wieder. Nicht mehr geheimer Schlupfwinkel, nicht mehr Abklingbecken für die Angst, die seinen Verstand vergiftete.
   Jetzt sind es die anderen, die Angst haben müssen.
   Er wünscht sich, dass Mutter das noch erlebt hätte.


Klagelaute

Das Jaulen war schon auf halber Höhe der Wittkopstraße zu hören. Leise und entfernt, aber deutlich.
   So früh am Tag lag noch Stille über der Stadt. Kein Dauerrauschen des Verkehrs, nur einzelne Fahrzeuge. Gelegentlich ein Zug. Das abgehackte Brausen durchfahrender Güterwagen. Oder ein surrender Triebwagen der Nordwestbahn, der vom Depot im Hafen kommend mit metallischem Rumpeln das Gleis wechselte, um den Passagierdienst aufzunehmen.
   Als Anni Vahlbusch alle Häuser linker Hand mit Zeitungen versorgt und das Ende der steil ansteigenden Sackgasse erreicht hatte, hielt das durchdringende Geheul immer noch an. Sie war entschlossen, es nicht zu beachten. Die Zeitungen mussten, so lautete die Anweisung für die Zusteller, bis spätestens sieben Uhr in den Briefkästen stecken. Verspätungen bedeuteten Beschwerden. Der Job brachte nicht viel, aber als alleinerziehende Mutter war sie auf das Geld angewiesen. Sie wollte die Einnahmen keinesfalls riskieren.
   Und dann stieg sie doch hinauf in den Bürgerpark, ging unter dem herbstlichen Laubdach in die Richtung, aus der die tierischen Laute herüberdrangen. Sie musste es tun. Sie wusste, dass ihr Gewissen ihr anderenfalls tagelang keine Ruhe gelassen hätte.
   Sie fand den Hund im Rosengarten, einer von blickdichten Sträuchern gesäumten Anlage quadratischer Beete, auf denen einst tatsächlich Rosen gestanden hatten. Inzwischen waren sie aus Kostengründen mit kniehohen Buchsbaumhecken bepflanzt worden, zwischen denen das Unkraut spross. Mittendrin reckte sich ein glockenförmiges Postament, gekrönt von einer in Stein gehauenen Vase oder Amphore. Anni Vahlbusch wusste es nicht genau und war zu abgelenkt, um weitere Gedanken auf die genaue Bezeichnung zu verschwenden.
   Zu Füßen der Stele zerrte der unaufhörlich klagende Hund an seiner Leine, die am Handgelenk seines Frauchens festgeknotet war. Die Frau wandte der Säule den Rücken zu, hatte sich wohl dort angelehnt. Aber die ruckartigen Sprünge des Hundes hatten sie zu Boden gezogen. Dort lag sie jetzt, grotesk verrenkt und an den Hund gefesselt.
   Der hatte von ihr nichts mehr zu befürchten, daran gab es keinen Zweifel. Anni Vahlbusch sah die weit geöffneten, starren Augen und den klaffenden Mund unter der durchsichtigen, am Hals fest zugeschnürten Kunststofftüte.
   Ihr drehte sich der Magen um. Hastig beugte sie sich in die Büsche. Die schwere Schultertasche rutschte nach vorn, und mindestens die Hälfte des Erbrochenen ergoss sich über die Zeitungen.
   Anni Vahlbusch schniefte. Jetzt würde es doch wieder Beschwerden geben.

Im Morgengrauen

Bea Agarius saß im Schlafanzug und Morgenmantel am Frühstückstisch und löffelte den Rest ihres Müslis, während sie auf ihrem Tablet durch die Zeitungen blätterte. Sie hatte noch Zeit bis zum Arbeitsbeginn. Katharina dagegen war bereits aufgestanden und bereitete sich für den Aufbruch vor. Bea sah ihr durch die offene Tür zu, wie sie im Flur vor den Spiegel trat und den Sitz ihrer Kleidung überprüfte. Sie hatte eine gedeckte Kombination gewählt. Eine (...)

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