Dorothea Seckler

Krimis & Thriller

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Die Leiterin der Adoptionsbehörde wurde brutal erschlagen. Jemand muss sie ungeheuer gehasst haben. Ihr Ex-Ehemann? Ihr Liebhaber, mit dem sie krumme Dinger drehte? Gescheiterte Adoptions-Kandidaten? Schlecht vermittelte Adoptierte? Kommissarin Patrizia Hölderlin kommt bei den Ermittlungen an ihre Grenzen – vor allem, weil sie selbst adoptiert ist ...

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Vita

Dorothea Seckler

Dorothea Seckler, gebürtig aus Schwaben, ausgebildete Zeitungsjournalistin; Rechtsanwältin, Mediatorin, Autorin, dreifache Adoptivmutter. Lebt mit ihrem Mann, den Mädels und zwei sturen älteren Dackeln in der Schweiz und in Frankreich. Wenn sie - selten - Zeit hat, ist sie im Garten zu finden, auf dem Fahrrad, in den Bergen, beim Ausprobieren neuer Rezepte oder beim Klavier- oder  Harfespielen. Mit ihrer Heldin Patrizia Hölderlin hat sie angeblich „einiges“ gemeinsam.  

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Leseprobe

Kapitel 1

»Lasst sie gehen«, murmelte Patrizia in den Telefonhörer, »die hat doch nichts damit zu tun.« Sie fluchte. Dienstfrei, das erste Mal seit zehn Tagen. Sie wollte endlich einmal ausschlafen. Aber Wimmer hatte nichts Besseres zu tun, als sie aus dem Bett zu reißen. Weil er nicht wusste, was er tun sollte mit einer aufgelösten, arabisch schreienden Putzfrau. »Mann, Hugo, du bist jetzt seit drei Jahren bei der Mordkommission«, schnauzte Patrizia und hätte am liebsten sofort die Austaste des Diensttelefons gedrückt. Aber dann hörte sie Wimmers »Ja-aber-die-war-doch-am-Tatort«, und Patrizia wusste: Ohne ihren sofortigen Entscheid würde die arme Putzfrau noch heute Abend im Kreisjugendamt oder auf dem Revier sitzen und verhört werden. »Sind Schmidt und Templer vor Ort?«
   »Ja, ja. Haben alle Spuren gesichert, wie immer.«
   »Wann hat die Putzfrau die Leiche gefunden?«
   »Vor einer guten Stunde.«
   »Erste Vermutung zur Tatzeit?«
   »Ja.«
   »Also?« Patrizia war genervt. Wenn Wimmer etwas wusste – meist ohnehin etwas, das andere herausgefunden hatten – dann spielte er sich gern auf mit seinem Herrschaftswissen. Wie auch jetzt. »Also, wann war es?«
   »Vor mindestens zwei Tagen. Vielleicht auch drei.«
   »Aha. Und wann ist die Dame üblicherweise da zum Putzen?«
   »Weiß ich nicht«, kam es patzig aus dem Hörer.
   »Dann fragst du sie jetzt sofort.«
   »Die kann doch kein Deutsch.«
   »Weißt du das denn? Ruf mich erst wieder an, wenn du das geklärt hast. Tschüss.« Sie drückte das Gespräch weg, wählte aber sofort wieder Wimmers Nummer. »Hugo?«
   »Ja.«
   »Fotos machen.«
   »Ja.« Diesmal war es Wimmer, der auf Aus drückte.
   Zwei Minuten später klingelte es erneut.
   »Immer am Montag«, erklärte Wimmer grußlos.
   »Was?«
   »Die Putze.«
   »Das heißt Reinmachefrau oder Reinigungskraft. Oder allenfalls Putzfrau. Aha. Sie kann also doch Deutsch?«
   Wimmer sagte nichts.
   »Und sie kommt nur am Montag, und sonst nicht?«
   »Keine Ahnung.«
   »Dann frag sie. Und notier auch ihre Personalien und wie lange sie schon dort putzt und woher sie kommt. Ruf erst dann wieder an.«
   Weitere zehn Minuten später wussten Patrizia und Wimmer, dass Achamma B. aus Damaskus stammte, sich seit vier Monaten in Deutschland aufhielt und immer am Montag früh im Kreisjugendamt sauber machte.
   »Also. Was hast du sonst noch für Verdachtsmomente, außer, dass die Frau am Tatort war?«
   »Keinen«, knurrte Wimmer.
   »Sie soll dir ihre Telefonnummer geben, und dann lass sie raus. Die verliert sonst am Ende ihren Job«, gab Patrizia Order.
   Wimmer murmelte etwas, das wie »Sozialgefasel« klang, sagte aber weiter nichts.
   »Okay. Den Rest kriegst du wohl allein hin. Und jetzt lass mich bitte schlafen, ich habe heute dienstfrei, wie du vielleicht weißt«, blaffte Patrizia ihren Mitarbeiter an. »Nur eines noch: Die Tote, wer war das gleich noch? Irgendeine Abteilungsleiterin?«
   »Ja.« Wieder das Wimmer’sche »Hey Chefin, ich bin schlauer als du«-Spielchen.
   »Also?«
   »Adoptionen.«
   Na klasse. Jetzt war der geruhsame Vormittag endgültig gelaufen. Pflegedienste, Bewährungshilfe, Hilfe für schwangere Teenies, Suchtprävention, Migration, Integration, Sorgentelefon – das wäre alles gegangen. Aber bitte nicht Adoptionen. Nicht das. Nicht dieses Thema, das so wichtig in den Medien erschien und so wenig bedeutend in der Praxis war. Ein absolutes Minderheitenthema. Betraf jedes Jahr ein paar hundert, höchstens tausend Leute deutschlandweit, pro Landkreis vielleicht ein paar Dutzend. Im Fernsehen aber, da wurde permanent darüber berichtet. Erst gestern war wieder so eine Rührstory auf RTL 2 gelaufen, über die sich Patrizia eine halbe Stunde lang aufgeregt hatte, bevor sie endlich – nach zwei Bieren und mit schwerem Kopf – den Fernseher hatte ausschalten können.
   Das (...)

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