C. Carelly

Frauenromane

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Hoffnungsleuchten

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Alison sieht Lichterscheinungen über den Köpfen verschiedener Frauen. Weder weiß sie, warum, noch, was sie mit diesem Wissen anfangen soll. Mittlerweile hinterfragt sie die leuchtenden Begleiter nur selten, denn ihr Leben in San Francisco fordert sie genug: Ihre Beziehung zerbricht, und aufgrund seelischen Kummers landet Alison im Krankenhaus. Dort und nach ihrer Entlassung kreuzen sich immer wieder die Wege mit denen des attraktiven Arztes Dr. Hayes, der an ihr mehr als nur freundschaftliches Interesse hat. Alisons Gefühle für ihn werden immer stärker, aber die Angst vor weiteren seelischen Narben treibt sie von ihm weg. Als sie ihr Schicksal schließlich in die Hand nimmt, erkennt sie, dass nicht alle Hoffnung verloren ist.

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  • C.
    Carelly
    erscheint im: Juli 2019
    Taschenbuch: 12.99 €
  • C. Carelly
    Hoffnungsleuchten
  • Hoffnungsleuchten
    C. Carelly

Vita

C. Carelly

C. Carellys Motto lautet: inspirieren, motivieren, kreieren. Sie hat an der Universität Konstanz Soziologie studiert und verließ den Bodenseeraum nach dem erfolgreichen Abschluss. Ihre erste Veröffentlichung im Bookshouse Verlag ist die Urban-Fantasy-Trilogie „Stadtrivalen“, die 2018 mit dem letzten Band abgeschlossen worden ist. Die Autorin mit dem Pseudonym Carolina Carelly lebt mit ihrem Partner in München. Sie liebt guten Cappuccino, Spaziergänge und Sonnenbaden … und Katzen. www.carelly.de

Leseprobe

1

Alisons Blick wanderte immer wieder zum Pärchen hinter der Fensterscheibe – nicht etwa wegen ihrer Kleidung oder ihres Benehmens, sondern weil die Größere von ihnen Alisons Theorie über die Lichter widerlegte.
   Für Alison stand fest, dass sie zusammen waren. Vor Kurzem hatte sie nämlich gelesen, dass junge, gleichgeschlechtliche Paare in diesem Sommer einem Trend folgten: Sie teilten sich ein Schnürsenkelpaar. Auch dieses Paar demonstrierte seiner Umwelt, dass es zusammengehörte. Eine trug einen gelben Schnürsenkel im linken Schuh, die Partnerin dessen Zwilling im rechten.
   Die kleine Brünette in der Kapuzenstrickjacke, die ihr zwei Nummern zu groß schien, tänzelte um die Blonde herum, lächelte und suchte den Blickkontakt. Sie langte nach der Hand der jungen Frau mit dem stachligen Haar. Doch diese zog die Hand nach einigen Sekunden zurück, als müsste sie gerade jetzt den Reißverschluss der Jacke öffnen, das Shirt glatt streichen oder sich am Oberschenkel kratzen. Alison fiel auf, dass sich die Lippen der Blonden weniger oft bewegten als die ihrer Partnerin. Überhaupt unterdrückte sie immer wieder ein Gähnen und sah sich permanent um, als suchte sie nach einem Bekannten.
   Nein, überlegte Alison, diese Frau vermittelte nicht den Eindruck, verliebt zu sein. Aber warum schwebten die Lichter einen halben Ellbogen über dem Kopf der jungen Frau, die gelangweilt oder sogar genervt von ihrer Freundin war? Dieser Frage wollte Alison unbedingt nachgehen. Doch da bemerkte sie aus den Augenwinkeln heraus, dass sie beobachtet wurde. Sie drehte sich um und sah ein Mädchen am Nachbartisch. Es mochte vier oder fünf Jahre alt sein. Sein dunkles Haar war streng zurückgekämmt und mit Spangen fixiert worden. Ein Flaum aus Härchen bedeckte die Stirn, die eine feine Falte durchzog, weil das Mädchen Alison kritisch musterte. Alison kicherte, weil es das Bild eines Kükens vor ihrem inneren Auge heraufbeschwor – das eines skeptischen Kükens. Alison lächelte. Das Mädchen fing an, die Flecken auf den Sneakers wegzuwischen.
   »Lauren!«, ermahnte die Mutter. »Nicht mit dem Finger.«
   Sofort hörte Lauren auf. Ihre Mutter wies sie an, sich die Hände zu waschen. Prompt war der schmutzige Finger vergessen, denn die Mutter echauffierte sich über ihren Kaffee.
   Alison legte die Hände um den Starbucks-Becher und wandte sich dem Paar auf der Straße zu. Erst, als sich die Frau am Nachbartisch erhob und zum Tresen stampfte, um das Getränk umzutauschen, fühlte Alison erneut den Blick des Mädchens.
   Schließlich konnte Alison nicht länger schweigen. Sie lehnte sich vor und hielt die Hand an die Wange, als wollte sie Lauren etwas zuflüstern. Wieder zogen sich Laurens Brauen zusammen, aber sie rutschte näher, bereit, den Worten der Fremden zu lauschen.
   »Weißt du, warum ich hinschaue?«
   Lauren schüttelte den Kopf.
   »Ich sehe Lichter.« Sie deutete auf die blonde Frau hinter der meterhohen Scheibe. »Sie leuchten silbern und blau, ähneln einem Fisch und bewegen sich über den Köpfen mancher Frauen.« Was Alison dem Mädchen verschwieg, war, dass die Fischchen keine Augen oder Flossen besaßen. Eigentlich hatten die Lichter bis auf die Form nicht viel mit einem Fisch gemeinsam, dennoch hatte sich dieser Vergleich in Alisons Kopf manifestiert.
   Während sich Laurens Mutter mit dem Jugendlichen hinter der Theke stritt, schwieg Lauren und schaute sie aus großen dunklen Augen an. Alison ärgerte sich über sich selbst. Was hatte sie dazu getrieben, ein Kind mit solchen Geschichten zu verwirren?
   »Wo?«, wollte Lauren wissen.
   Alison konnte es nicht für sich behalten. »Über dem Schopf der blonden Frau. Kannst du sie auch sehen?«
   Das Mädchen verneinte.
   »Hm«, machte Alison.
   »Wieso?«
   Alison strich sich eine Strähne hinter das Ohr und schlug ein Bein über das andere. Ja, warum eigentlich? Diese Frage hatte sie sich in den vergangenen Wochen jeden Tag gestellt, jedoch bis heute keine Antwort gefunden. »Eines Tages wachte ich auf«, erinnerte sich Alison, »und plötzlich konnte ich sie sehen.«
   Das Mädchen öffnete die Lippen, als wollte es etwas erwidern oder nachhaken, da kehrte (...)

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